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Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai: Sachsen-Anhalt raucht gegen den Trend

Abbildung 4. Anteil der AOK Versicherten Lungenkrebspatienten an allen AOK Versicherten nach Kreisen - alters - und geschlechtsstandartisierte (faire) Werte Abbildung 4. Anteil der AOK Versicherten Lungenkrebspatienten an allen AOK Versicherten nach Kreisen - alters - und geschlechtsstandartisierte (faire) Werte AOK

Die gute Nachricht: Rauchen ist in Deutschland zunehmend out und nur noch für wenige Kinder und Jugendliche attraktiv.

Die schlechte: Sachsen-Anhalt stellt eine Ausnahme dar, hier rauchen überdurchschnittlich viele junge Menschen.

Die AOK Sachsen-Anhalt verzeichnet steigende Lungenkrebsfälle, in einigen Jahren könnte Sachsen-Anhalt sogar aus dem Mittelfeld an die traurige Spitze der Statistik gelangen.

 

Immer mehr Lungenkrebserkrankungen zwischen Arendsee und Zeitz

 

Hochrisikoland Sachsen-Anhalt / extrem hoher Anteil junger Raucher

Beim Rauchen entwickelt sich Sachsen-Anhalt gegen den bundesweiten Trend. Die Zahl der Lungenkrebserkrankungen steigt stetig, besonders viele Jugendliche sind der Sucht erlegen.

Gegen den Bundestrend:  Mehr junge als ältere Raucher in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt steigt die Zahl der Lungenkrebs-Erkrankungen kontinuierlich an, wie eine aktuelle Auswertung der AOK zeigt. Dabei könnte sich die Situation in den folgenden Jahren noch verschärfen, denn in keinem anderen Bundesland gibt es so viele jugendliche Raucher: Laut Tabakatlas der Bundesregierung sind 36 Prozent der 15- bis 24-jährigen Männer regelmäßige Raucher, bei den Frauen sind es rund 30 Prozent. Damit rauchen in Sachsen-Anhalt, anders als im Bundestrend, mehr Jüngere als Ältere. Der Anteil der Raucher aller Altersgruppen liegt in Sachsen-Anhalt bei den Männern bei rund 34 und bei den Frauen bei rund 22 Prozent.

Jahr

m

w

gesamt

2013

1892

875

2767

2014

1850

889

2739

2015

1857

909

2766

2016

1865

935

2800

2017*

1752

945

2697

Krankheitsfälle Lungenkrebs, Versicherte der AOK Sachsen-Anhalt (*Zahlen für 2017 nur bis einschl. drittes Quartal)

Immer mehr Frauen erkranken

Dass die Lungenkrebs-Zahlen in Sachsen-Anhalt steigen, liegt vor allem an der Zunahme der Neuerkrankungen von Frauen. In der Vergangenheit haben zwar mehr Männer als Frauen geraucht. Den Trend, mit dem Rauchen aufzuhören, haben allerdings zuerst die Männer vollzogen. Seit den 90er-Jahren sinkt der Raucheranteil bei Männern, bei Frauen erst seit 2003.

Die Zahl der Lungenkrebskranken steht im direkten Zusammenhang mit den Raucherzahlen vergangener Jahre. Der jetzige Anstieg der Erkrankungen ist die Folge hoher Raucherquoten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 2006 sind 0,2 Prozent der bundesweit AOK-Versicherten an Lungenkrebs erkrankt. 2015 waren es, bei gleichzeitig sinkendem Raucheranteil, bereits 0,257 Prozent.

Lungenkrebs ist ein Stadt-Land-Problem

Lungenkrebs ist vor allem ein Nord-Süd- und ein Land-Stadt-Problem, so die AOK-Auswertung (Abbildung 4). Demnach erkrankten im Jahr 2015 besonders viele Versicherte im Nordwesten der Republik. Die höchsten Erkrankungsraten gab es in Berlin (0,37 Prozent der AOK-Versicherten), Hamburg (0,361), Bremen (0,336) und im Rheinland/Ruhrgebiet (0,333).

Die wenigsten Lungenkrebserkrankungen gab es in Sachsen (0,185), Thüringen (0,209), Bayern (0,211) und Baden-Württemberg (0,221). Sachsen-Anhalt erreicht mit einer Erkrankungsquote von 0,272 fast den bundesweiten Durchschnittswert von 0,257 Prozent.

Jeder zweite Raucher stirbt an Krebs

Der Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Rauchen ist eindeutig. Lungenkrebs ist damit eine vermeidbare Todesursache. Langjährigen Untersuchungen zufolge stirbt jeder zweite Raucher an Krebs. Gleichzeitig möchten laut Tabakatlas rund zwei Drittel der Raucher mit ihrer Sucht Schluss machen. Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt sie dabei. Für die Nichtraucherkurse der Suchtberatungsstelle des Landes übernimmt sie 80 Prozent der Kosten.

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